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Philipp Bründlmayer

Weine mit eigener Handschrift als ungeschminkte Botschafter des Kremstals.

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Philipp Bründlmayer

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Wo Löss auf Konglomerat trifft, entstehen die spannendsten Weine.
Philipp Bründlmayer

Philipp Bründlmayer im Gespräch mit Daniela Dejnega

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Lieber Philipp, mittlerweile leitest du das Weingut seit elf Jahren und zählst zu den Rising Stars im Kremstal. Was siehst du als deinen bisher größten Erfolg?

Philipp Bründlmayer: Natürlich sind Erfolge bei Verkostungen wichtig, und wir freuen uns sehr über die zahlreichen Top-Bewertungen internationaler Weinkritiker:innen wie Jancis Robinson, James Suckling oder Robert Parker. Noch mehr Freude macht uns aber, dass unsere Weine mittlerweile in 20 Länder exportiert werden. Heuer sind mit Schweden, Finnland und Kanada wieder einige neue Märkte hinzugekommen. Unsere Ecke des Kremstals gilt vielerorts noch als kleiner Geheimtipp – umso schöner ist es für uns, immer mehr Menschen unsere Weine näherbringen zu dürfen.

Was hältst du für besonders wichtig, um die Weinqualität weiter voranzutreiben?

Philipp Bründlmayer: Wir wollen das Rad nicht neu erfinden. Naturnahe Bewirtschaftung, ehrliches Handwerk, Leidenschaft für den Weingarten und die Kellerarbeit sowie der Erhalt des typischen Geschmacks unserer Gegend stehen für uns im Mittelpunkt. Wenn es gelingt, all das Jahr für Jahr gut in die Flasche zu bringen, dann ist das Winzerherz erfüllt.

Deine Weingärten befinden sich hauptsächlich auf den breiten Terrassen rund um Gedersdorf und Rohrendorf. Was zeichnet dieses Terroir aus?

Philipp Bründlmayer: Hinter Krems öffnet sich das Donautal hinaus in Richtung Wien, gleichzeitig reichen unsere Terrassenlagen auf rund 300 Meter Seehöhe hinauf. So kommen von Osten bereits die Wärme der Ebene und das pannonische Klima, hinter den Weinbergen aber wirkt der direkte Einfluss des Waldviertels. Die kühle Luft strömt über die warmen Hänge wieder hinab – das bringt Spannung in die Weine. Genau diese Kombination macht die Weine aus Gedersdorf und Rohrendorf besonders: Sie bringen einerseits eine gewisse Opulenz und Reife mit, behalten aber andererseits immer eine kühle, frische Linie.

Drei von deinen Weinen sind nach dem Jakobsweg benannt. Kannst du uns dazu etwas erzählen? Bist du den berühmten Pilgerweg vielleicht schon selbst gegangen?

Philipp Bründlmayer: Auf der ganzen Welt gibt es Jakobswege und einer davon führt direkt über unseren Weinberg. Das war für uns der Anlass, diese Weinlinie so zu taufen. Selbst gegangen bin ich den Weg noch nicht, aber auf dem Etikett der Weine befindet sich ein passender Spruch dazu: „Auch die frommsten Pilger wollen sich laben – und ein gutes Glas Wein schenkt neue Lebensgeister.“ Das darf man ruhig mit einem Augenzwinkern verstehen. Man muss ja nicht immer den ganzen Weg gehen; oft reicht auch eine Teilstrecke, bevor man gemütlich beim Heurigen oder im Wirtshaus einkehrt.

Für die weißen Burgundersorten hast du offenbar auch ein Faible. Bitte erzähle uns, warum du sie spannend findest und auch etwas über deine Cuvée Alte Schule.

Philipp Bründlmayer: Weiße Cuvées sind eine spannende Sache, haben in Österreich aber noch immer einen etwas schwereren Stand. Beim Rotwein ist man daran längst gewöhnt, dass er aus mehreren Sorten bestehen kann, beim Weißwein braucht es da oft noch ein wenig Überzeugungsarbeit. Wenn man als Winzer jedoch mit Herzblut an die Sache herangeht und die Leute den Wein dann verkosten, so verstehen sie schnell die Vorteile und die Vielseitigkeit einer gut gemachten Cuvée. Wir machen dabei unsere eigene österreichische Interpretation einer Burgunder-Cuvée: Weißburgunder und Chardonnay werden von Neuburger ergänzt. „Alte Schule“ heißt der Wein, weil es nie unser Ziel war, einen großen Burgunder, etwa einen Meursault, zu kopieren. Das können und wollen wir gar nicht. Die „Alte Schule“ soll vielmehr ein vollmundiger Wein sein, mit einem feinen Touch vom französischen Holzfass, aber trotzdem klar von österreichischer Frucht und von seiner Herkunft geprägt.

Neu im WEIN & CO Programm ist der Riesling von der Ried Steingraben vom Jahrgang 2021. Wovon ist diese Lage geprägt und wie präsentiert sich der Wein nun mit ein paar Jahren Reife?

Philipp Bründlmayer: Die Ried Steingraben oberhalb von Gedersdorf zählt sicher zu den Lagen mit der höchsten Aussagekraft im Ort – nirgends ist es so steinig wie dort. Die Arbeit in dieser Lage ist fordernd, da ein großer Teil nicht terrassiert ist und viel Handarbeit verlangt. Gerade der Riesling fühlt sich hier aber besonders wohl und findet sein ideales Terroir. Im Boden treffen steinige Konglomerate aus den Kalkalpen auf toniges Material und Löss. Diese Verbindung sorgt für eine präzise Mineralität und verleiht den Weinen ihre Spannung, ihre Struktur und ihren Herkunftscharakter. Im Top-Jahrgang 2021 entstand hier wirklich ein Top-Riesling, der mit fast acht Promille Säure und nur 1,8 Gramm Restzucker alles widerspiegelt, wofür mein Weinstil steht.

Wie entspannst du dich gern nach einem langen Tag?

Philipp Bründlmayer: Am liebsten verbringe ich Zeit mit meiner Familie. Wir haben zwei kleine Buben mit vier und sechs Jahren. Gemeinsam Fußball spielen, herumalbern, Mama ärgern und danach eine gute Jause – viel besser kann ein Tag nach der Arbeit eigentlich nicht ausklingen.

Vielen Dank für das Gespräch!