Sortiment
Jean-Michel Guillon & Fils
Vor 40 Jahren hat Jean-Michel Guillon ein kleines Weingut gegründet, das er bis heute auf 15 Hektar in besten Lagen (Gevrey-Chambertin, Morey-St-Denis, Clos de Vougeot) ausgedehnt hat. 2020 übernimmt sein Sohn Alexis den Betrieb, der seit 2008 als seine rechte Hand fungiert. Alle Weine sind nach der gleichen Methode ausgebaut: Die Vinifikation erstreckt sich über 4 Wochen, damit die Weine Struktur bekommen. Der Ausbau ist hier speziell: Alle Weine reifen in 100% neuem Holz. Dieses Handwerk lernte Jean-Michel Guillon von der Winzerlegende Henri Jayer. Guillon: „Man braucht gut abgelagertes, trockenes Holz mit einer auf das jeweilige Terroir abgestimmten Maserung. Seinerzeit hat mir Henri Jayer viele Ratschläge gegeben. Er sagte zum Beispiel: «Mein kleiner Junge, es gibt keine großen Weine ohne neues Holz!»“ Wer glaubt, dass die Weine dadurch einen markanten Holzton bekämen, irrt. Gerade durch diese Ausbauweise, die viele namhafte Winzer nur den großen Weinen vorbehalten, kommt die Präzision der feinsten Burgunderbuketts mit den typischen roten Beerenaromen zustande. Vom einfachsten Bourgogne AC bis zum Grand Cru Clos de Vougeot zieht sich der auf Finesse abzielende Stil Guillons durch. Das Herzstück des Gutes sind natürlich die Gevrey-Chambertin Villages und Premiers Crus. Ein echter Geheimtipp ist der Marsannay aus der nördlichsten Gemeinde der Côte de Nuits.
Der in Frankreich sehr einflussreiche Guide Hachette verlieh Jean-Michel Guillon 2019 den Titel„Burgunderwinzer des Jahres“. Es gibt wohl kaum eine Domäne in Burgund, die zu solch attraktiven Preisen so feine Weine bietet, die im Stil an die ganz großen Gewächse von Méo-Camuzet oder der Domaine Romanée-Conti erinnern.
Jahrgang 2024
„2024 war für Alexis ein Jahr der Extreme, so viel Zeit am Traktor im Weingarten hat er noch selten verbracht. Die zweieinhalbfache Menge Regen im Vergleich zu einem normalen Jahr sorgte für starken Pilzdruck, hohen Traubenverlust und eine durchwegs kühlere Vegetationsperiode. Im Ergebnis hatte er einen Hektarertrag von 25 Hektoliter pro Hektar, womit er immer noch gut bedient war im Vergleich zu vielen Kollegen, die 50-70 Prozent Einbußen zu verzeichnen hatten.
Alexis blieb auch in 2024 dem Credo des Weinguts treu, 100% neue Fässer zu verwenden, und die Weine danken es mit grandioser Struktur und Balance. Die Weine wirken nie überholzt, immer schimmert die pure Himbeerfrucht durch und fühlt sich ideal ausgekleidet.
Schon der Bourgogne Les Graviéres, dessen Trauben aus Chambolle-Musigny stammen, zeigt exemplarisch feine florale Himbeerfrucht. Besonders begeistern die Premier Crus. La Petit Chapelle spielt seine Mineralität ummantelt von Veilchenduft aus, während Les Champonnets, eine Nordlage, mit besonders viel Fülle und Tiefe überrascht.
Die Grand Crus sind in 2024 extrem rar, nur ein Fass wurde 2024 vom Vougeot abgefüllt. Alexis verwendet übrigens seit 2024 für alle Premier und Grand Crus wieder besonders getestete Naturkorken statt Diam, weil die die Reife besser unterstützen.
2024 ist ein klassisches, kühles Jahr mit präziser Frucht. Ein erster Ausblick auf 2025 deutet auf ein außergewöhnlich gutes Jahr hin, aber die Mengen sind wiederum überschaubar. Aktuell muss man im Burgund tatsächlich Acht geben, dass man rechtzeitig zuschlägt, um von den begehrten Weinen etwas zu erhalten.“
– Bernhard Hlavicka, Senior Einkäufer
Impressionen