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Vincent Cuillier
Vincent Cuillier hätte es sich auch leichter machen können. Als er Mitte der 2010er Jahre zwei Parzellen seiner Familie – der Domaine La Grange Le Comte in Épernay – übernahm, hätte er schlicht und einfach das fortführen können, was seine Familie seit über 500 Jahren aufgebaut hat. Stattdessen begann er, seinen eigenen Weg einzuschlagen, rund um die Idee des Weingartens als lebendiges Ökosystem.
Im Zentrum der Philosophie von Vincent Cuillier steht die Agroforstwirtschaft: Anstatt den Weingarten als Monokultur zu bewirtschaften, pflanzt er Bäume und Reben Seite an Seite. So werden nicht nur die Böden aufgelockert und die Nährstoffe ausgewogener verteilt, es entsteht auch Platz für Biodiversität im Weingarten. Dabei hilft auch die natürliche Begrünung der Rebzeilen.
Bei der mühsamen Handarbeit ist Vincent zum Glück nicht allein: Neben seinen Eltern Patrick und Marie-Paule erhält er auch Unterstützung von seiner Frau Emeline de Sloovere, die ebenfalls unter ihrem eigenen Namen Champagner herstellt. Das gebündelte Know-how sorgt nicht nur für besseren Wein, sondern zeigt auch den Umbruchs-Charakter, der in der nördlichen Champagne zu spüren ist.
4,5 Hektar sind es aktuell, die Vincent Cuillier in Trigny, Chenay und Pouillon nördlich von Reims bewirtschaftet. Die Böden sind hier stark von 60 Millionen Jahre alten Sandvorkommen geprägt, die von Mikrofossilien, Kalkadern und Lehm durchzogen sind. Die Lese erfolgt parzellenweise und manuell, die zweifache Selektion ebenfalls. Gärung und Ausbau richten sich nach dem Jahrgang: Vom Stahltank bis zu 228- und 500-Liter-Fässern ist alles möglich. Zum Einsatz kommen aber nur natürliche Hefen, die den charaktervollen Brut-Nature-Kreationen über 22 bis 80 Monate hinweg Cremigkeit und Intensität verleihen.
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