Aroma-Rebsorten
Dufte Typen
Aromenexplosion im Glas
Liebe auf den ersten Duft
Die Aromarebsorten Muskateller, Traminer, Sauvignon Blanc und Co. haben Rückenwind. Ihr intensiver Duft und ihre einladende Aromatik wirken auf Wein-Einsteiger:innen zugänglicher als „neutrale“ Weißweine, Profis ergötzen sich an ihrer aromatischen Vielfalt. Woher stammen die sortentypischen Aromen?
Terpene, Pyrazine und Thiole. Diese drei kann man sich merken. Sie sind im Wesentlichen für den sortentypischen Geruch und Geschmack eines Weines verantwortlich. Die beiden erstgenannten sind primäre Aromastoffe – das heißt, sie sind in den Trauben vorhanden und bereits wahrnehmbar. Thiole hingegen sind sekundäre Aromastoffe, die erst durch die Hefeaktivität bei der alkoholischen Gärung freigesetzt werden.
Muskateller mit klarem Profil
Paradebeispiel einer Rebsorte mit jeder Menge primärer Aromen ist der Muskateller. Wer an seinen reifen Trauben riecht und sie kostet, kann das Aroma des späteren Weines erahnen. Der hohe Gehalt an Monoterpenen sorgt für die blumig-fruchtigen Noten, die uns an frische Trauben, Holunderblüten und Litschi erinnern sowie für den typischen Muskatton.
Im Namen der Rose
Traminer & Torrontes
Für ihren intensiven Rosenduft ist die Sorte Gewürztraminer bekannt. Wie beim Muskateller zählen die verantwortlichen Aromastoffe zu den Terpenen. Seinen Namen aber verdankt der Gewürztraminer dem Weindorf Tramin in Südtirol, wo er sich schon im Mittelalter einen ausgezeichneten Ruf erarbeitete und bis heute zu den Weißweinstars zählt. Wunderbar verwobene Aromen von Rosenblättern, Litschi, Mango und Gewürznelken hinterlassen nachhaltig Eindruck am kraftvollen Gaumen.
Weltstar Sauvignon Blanc
Seine markante Aromatik ist entweder von Methoxypyrazinen dominiert – dann überwiegen die grünen, grasigen Noten – oder von Thiolen – dann überwiegen die tropischen bis exotisch-würzigen Noten, die uns an Stachelbeeren, Maracuja, Zitrusfrüchte und Schwarze Johannisbeeren erinnern. So ist Sauvignon Blanc aromatisch sehr vielseitig und tritt in sehr unterschiedlichen Stilen auf. Sauvignon Blancs aus Neuseeland duften und schmecken besonders intensiv. Das kühle Klima fördert die Bildung der Pyrazine in den Beerenhäuten, also die grünen Noten von Paprika, Brennesseln und frischem Gras. Höhere Temperaturen im Herbst, eine Entblätterung der Traubenzone sowie ein späterer Lesezeitpunkt hingegen verringern ihren Gehalt, da diese Aromastoffe licht- und temperaturempfindlich sind.
Aromatische Rote
Aromatisch sind natürlich nicht nur Weißweine – auch rote Trauben können duftige Weine hervorbringen. Besonders gilt das für Österreichs frischebetonte rote Nationalrebsorten, den Zweigelt und den Blaufränkisch. Hier sind es traditionell Kirschen und Weichseln, die aus dem Glas springen, oft begleitet von Pfeffer, Zimt, Piment und bei entsprechendem Fasseinsatz Milchschokolade.
Ähnlich intensiv kann es bei den klassischen Bordeaux-Rebsorten zugehen: Merlot und Cabernet Sauvignon versprühen in ihrer Jugend oft kräftige Pflaumen- und Beerennoten, die große Vorfreude auf den ersten Schluck wecken.