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Fine Wine | Dynamisches Burgund

Dynamisches Burgund

Die spannend gegensätzlichen Jahrgänge 2023 und 2024

Autorin: Daniela Dejnega

Chardonnay und Pinot Noir gibt es überall auf der Welt. Aber die mit Abstand größte Faszination geht von diesen Sorten in Burgund aus. Und es spielt keine Rolle, wie viele Jahre man sich bereits mit Burgund beschäftigt hat, die Faszination lässt nie nach. Der Mythos von Burgund gründet auf seinem extrem vielfältigen Terroir und den großen Weinen weltberühmter Spitzenweingüter, die heute verrückt viel Geld kosten. Doch Burgund ist in Bewegung. Es gibt aktuell mehr junge und aufstrebende Talente denn je und auf dieser Dynamik beruht der neue Mythos von Burgund. Bei den Newcomern halten sich die Preise (noch) in Grenzen und genau in diesem Bereich hat das Team von WEIN & CO in den vergangenen drei Jahren akribisch gearbeitet. So können wir Ihnen nun ein paar spannende Neuentdeckungen vorstellen. Zudem ist mit 2023 und 2024 gerade ein höchst interessantes, weil sehr gegensätzliches Jahrgangs-Duo auf dem Markt.

2023: Großzügig und charmant

Nachdem schon der Jahrgang 2022 die leeren Keller aufgefüllt hatte, brachte 2023 wahre Rekordmengen in Burgund. Nach ausgezeichnetem Blühwetter verlief der Sommer in ruhigen Bahnen, ohne extreme Hitzephasen und mit ausreichend Niederschlag. Um ausgezeichnete Qualität zu produzieren, war Ertragsreduktion durch Grünlese und rigorose Selektion bei der Ernte notwendig. Die Lese begann in den ersten September-Tagen und mit ihr kam eine Hitzewelle, die den Zuckergehalt der Trauben nach oben schnellen ließ. Es musste also schnell gehen, um elegante, leichtfüßige Weine zu erzielen. So besitzen die 2023er im Allgemeinen Fruchtfülle, Konzentration und Tiefgang, bleiben aber seidig-elegant und bestens balanciert. Dazu haben sowohl die Weißen als auch die Roten Rückgrat und wirken kühler als die 2022er. Der Jahrgang 2023 versprüht viel Charme und verspricht bereits erste Trinkfreude.

2024: Klein, aber fein

Ganz anders lief es für die Winzer:innen im Jahr 2024, das in Burgund definitiv verregnet ausfiel und daher nur eine kleine Ernte brachte. Schon bei der Blüte kam es durch starken Regen zur Verrieselung, was die Menge reduzierte. Weitere Regenfälle erhöhten die Gefahr von Pilzkrankheiten und damit den Aufwand beim Pflanzenschutz. Es brauchte viel Handarbeit und am Ende ernteten doch viele Weingüter die kleinste Menge seit 50 Jahren. Dafür ist das Ergebnis qualitativ spannend. Burgundisch schlank und kühl ist der Charakter des Jahrgangs 2024; viel Frische und klare Struktur zeichnen die Weine aus, die tendenziell schon früh Genuss bescheren. Mit kühlen, charakterstarken Pinot Noirs und straffen, präzisen Chardonnays ist 2024 ein Insider-Jahrgang für jene, die es puristisch mögen.

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